Morgen verkaufen wir 318 Mohn-Schnecken!

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Es gibt viele Bedenken gegenüber der Zukunft: Was wird aus uns, wenn Rechner immer intelligenter werden? Wird der Supercomputer uns eines Tages alle wegprogrammieren? Intelligenter ist er ja schon, gewann doch im letzten Jahr erstmalig IBMs Großrechner Watson im Jeopardy gegen menschliche Spieler.

IBM ist seit jeher Vorreiter in Sachen Einsatz von Computern in unserer Welt – ein interessantes Beispiel habe ich vor kurzem in der Wirtschaftswoche (Heft 52/2011) finden können. Dort berichtet Steve Mills, Softwarechef bei IBM, von Technologien, die das Wirtschaftsleben in Zukunft tatsächlich einfacher machen: “Das Unternehmen Meteolytix beispielsweise erstell für eine deutsche Bäckereikette taggenau detaillierte Vorhersagen für den Absatz der Brot- und Brötchensorten sowie von Feingebäck. Die Daten sind wesentlich genauer als bisher, weil sie nicht mehr nur auf Verkaufsdaten der Vergangenheit beruhen, sondern auch die Wettervorhersage des nächstes Tages berücksichtigen.”

Nachfrage WiWo: “Das Wetter? Was haben denn Regen und Roggenbrot miteinander zu tun?” Und dann eine echte Überraschung, die mir bisher so nicht bewusst war: “Meteolytix hat festgestellt, dass offenbar ein starker Zusammenhang zwischen Wetterlage und Kaufverhalten der Kunden besteht. Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, nicht mehr nur nachvollziehen, was gestern passier ist oder was gerade geschieht. Die Möglichkeit, riesige Datenmengen in kürzester Zeit zu analysieren, macht auch die Prognosen darüber, was kommt, immer verlässlicher. Und dann kann der Manager zumindest einen besseren Job machen.”

Das ist ein grandioses Beispiel für die Verbindung von scheinbar nicht korrelierenden Vorgängen, die erst durch Rechenkapazitäten in Einklang – und damit auch zu wirtschaftlicher Relevanz – gebracht werden können. Solche Beispiele wird es in Zukunft immer öfter geben: Unsere Gesellschaft wird immer transparenter, auch wenn sich dem heute noch (insbesondere in Deutschland) viele Menschen verschließen. Facebooks Privatsphäre-Diskussion wird in 50 Jahren die Menschen amüsiert lächeln lassen. Das heißt für Unternehmen: Je mehr Daten, desto mehr Information, die durch geschicktes Kombinieren und Korrelieren bislang unentdeckte Entdeckungen offenbaren.

Auf der anderen Seite führt diese Transparenz zu anderen Herausforderungen für Unternehmen. Abgesehen von der Aufgabe, mit Business Analytics Units eben solche Markttendenzen zu identifizieren, wird das Spektrum unternehmerischen Handelns zusätzlich eingeengt: Die Frage, wieviel von was heute und morgen angeboten werden soll, fällt in Zukunft weg – die Antwort hat der Rechner schon gegeben.

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One thought on Morgen verkaufen wir 318 Mohn-Schnecken!

  1. [...] der Welt wie viel Sprit verbraucht, kaputt geht, knarkst, rattert, den Dienst verweigert. Auch das Bäcker-Beispiel, dass ich hier im Blog bereits darstellte, ist ein Big Data [...]

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