„The Art of Flight“

„The Art of Flight“

Snowboardfilme sind immer gleich: Ziemlich weiß, da viel Schnee. Bärtige junge Männer, manchmal auch Frauen, tun Dinge, die man eigentlich nicht tun sollte und haben Spaß dabei. Es gibt immer etwas bunt gemixte Musik und noch ein paar Close-Ups der Protagonisten, in denen sie nette Sprüche („Snowboarding is life.“ und so weiter) ablassen. Soviel zum Klischee.

„The Art of Flight“ bestätigt alles Klischees – und geht bei allem noch ein Stück weiter. Und ist am Ende aber doch ein Snowboard-Dokmentarfilm, der von seinem Thema losgelöst vor allem eins ist: Große Klasse.

Selbst die FAZ, sonst ja nicht gerade als großer Interessent am Treiben in dieser Szene bekannt, schrieb über den Film: „Atemberaubend … Einen Film dieser Qualität und visuellen Kraft hatte man zuvor noch nie gesehen.“ Auch bei IMDB.com kommt der Film gut weg – eine 8.3/10 haben sonst eher Spielfilme wie „Full Metal Jacket“ oder „Gladiator“.

Und da liegen die Kritiker ganz richtig. Die Bilder von Sport und Natur sind beeindruckend, die gezeigten Stunts und Abfahrten an Strecken und Hängen, die manche Menschen nicht mal herunterlaufen würden, packen den Zuschauer immer wieder. Das passiert, wenn man die weltbesten Snowboarder mit hervorragenden Kameramännern, vielen Helikoptern und wohlwollenden Sponsoren (RedBull und Quicksilver sollen gut investiert haben) im Hintergrund kombiniert. Das Ergebnis ist eine unbedingte Empfehlung.

Der Soundtrack allein (M83, Apparat, Deadmau5, Sigur Ros – und damit schon vier Künstler, die wie für diesen Film geschaffen sind) ist den Kauf des OST-Albums wert. Die Tracks sind gut gewählt und passend ins Drehbuch arrangiert. Das Artwork ist passend, grandios ins Bild geschnitten und daher ein zusätzlicher Schritt in Richtung Perfektion.

Und das Beste an der ganzen Sache: Ich fahre gar kein Snowboard! Nach diesem Film hat man umso mehr das Bedürfnis, das schnellstens zu ändern.