23 unnütze Fakten über unseren EM-Kader

23 unnütze Fakten über unseren EM-Kader

Bald ist es wieder soweit: Fußball-Deutschland steht Kopf. 23 auserwählte Deutsche versuchen abermals, Europameister zu werden. Selten waren die Chancen so gut, unsere Spieler dermaßen talentiert. Für das Public Viewing ebenso wie für die Runde vor dem heimischen Fernseher ist Hintergrundwissen über unsere Spieler eminent wichtig. Hier also 23 mal unnützes Wissen, Fakten, Geschichten, Dinge, die kein Mensch zu wissen braucht.

Tor

Manuel Neuer macht den FC Porto verrückt

Manuel Neuer, 26, FC Bayern München hat 2008 mit Schalke 04 mal gegen den FC Porto gespielt. Besser: Schalke 04 bestand an diesem Abend quasi nur aus Neuer, wie man an nebenstehendem Video schön erkennen kann. Danach schrieb Franz Josef Wagner in der „Bild“ diese schönen Zeilen: „Wir müssen uns einen Jungen vorstellen, dessen Eltern sich scheiden ließen und dessen einzige Konstante Schalke war. Gegen Porto war er so genial – wie Picasso, wie Michelangelo, wie Dürer. Er war der beste Torwart, den die Welt jemals gesehen hat. Er war ein Mensch, von dem die Vögel in den Büschen flüstern. Er war perfekt, fehlerfrei, ein Genie, großartig, wunderbar. Er war ein Mensch, wie wir alle sein möchten. Ein Held.“ – Ein Mensch, von dem die Vögel in den Büschen …? Schon klar!

Ersatztorwart Tim Wiese, 31, neuerdings TSG Hoffenheim, führt trotz gegenteiliger Gerüchte kein eigenes Sonnenstudio. Er arbeitet auch nicht als Proband bei einem Sonnencreme-Hersteller oder Haargel-Produzenten. Wiese spielen zu lassen, ist keine gute Idee: Alle seine 6 A-Länderspiele, die er bestritt, hat Deutschland nicht gewinnen können. Ein Glück war er bei der WM 2010 im Spiel um Platz 3 verletzt, weswegen er der einzige deutsche WM-Teilnehmer war, der kein Spiel in Südafrika bestritten hat.

Ron-Robert Zieler, 23, Hannover 96, hat fünf Jahre in England Fußball gespielt, nachdem er mit 16 vom 1.FC Köln zu Manchester United gewechselt war. Der dortige Teamchef Alex Ferguson hieß in in einer Privataudienz sogar persönlich willkommen. Zieler verstand nur nicht viel: Englisch war im Realschulabschluss nicht seine Stärke. Einen Profi-Einsatz hat Zieler unter Ferguson nie gemacht.

Abwehr

Mats Hummels, 23, Borussia Dortmund, sieht nicht nur gut gaaaanz toll aus (sagen Frauen), er ist als Kind auch nie in den Urlaub gefahren: Aus Angst, Training oder Spiele zu verpassen, blieb Hummels‘ Familie immer schön zu Haus. Streber. Seine Mutter ist die erste Frau, die im deutschen Fernsehen ein Fußballspiel kommentiert hat. Wenns mit dem EM-Titel nix wird: Immerhin etwas. Er liest gern Frauenmagazine – super, so kann er sich noch besser mit seinen Fans (Frauen) identifizieren.

Per Mertesacker, 28, Arsenal London, hat im Werder Bremen Online-Fan-Forum vor etlichen Jahren die Wahl „Mit welche Werder-Spieler würdet ihr gern eine WG teilen?“ mit deutlichem Abstand gewonnen (vor dem Finnen Petri Pasanen, der berühmt dafür war, als einziges Hobby stets „Angeln“ anzugeben). Dazu ein herzlicher Glückwunsch. Wird gern als intellektuell dargestellt – er hat als einer der wenigen im DFB-Lager ein echtes Abitur: Note 2,8. Hat zu seiner Zeit bei Hannover 96 neben der Profi-Karriere mal eben Zivildienst gemacht. Multi-Tasking ist für ihn also kein Problem.

Jerome Boateng, 23, FC Bayern München, trägt den Stammbaum seiner Familie als Tattoo auf dem Rücken. Ganz intellektuell (Boateng trägt auch Nerd-Brille, abseits des Platzes): „Meine Familie hat mir immer den Rücken gestärkt.“ Hach wie schön!

Benedikt Höwedes, 24, Schalke 04, ist langweilig und repräsentiert damit eine Generation von Spielern, die versucht, möglichst perfekt zu sein: Private Besonderheiten gibt es quasi nicht, Extravaganzen á la Effe, Netzer, Basler gibt es nicht mehr. Was macht Höwedes auf der Auswärtsfahrt? Spielt er Mau Mau im Bus und mit dem Softball auf dem Hotelflur. Hobbys zu Hause? Federball mit der Freundin. Oder Tennis – auf der Playstation! Bodenständig, sagt man da wohl.

Philipp Lahm,28, Bayern München, Kapitän, Autor, Ehemann seit 2010. Trotzdem ist der Google-Suchvorschlag Nummer Eins für seinen Namen „Philipp Lahm schwul“ – das ist sonst nur noch bei Per Mertesacker der Fall. Er ist echter Münchner und damit geübt darin, Niederlagen klein zu reden. Nach dem 2:5 gegen Borussia Dortmund im Pokalfinale hatte Lahm die Meinung, der FC Bayern sei die „bessere Mannschaft“ gewesen, ziemlich exklusiv.

Lahm bewertet das DFB-Pokal-Finale

Holger Badstuber, 23, Bayern München, lebt mit seiner Schwester in einer WG. Und spielt dort in erster Linie FIFA auf der Playstation – deswegen ist er besonders stolz „auf meine zahlreichen Fifa10-Playstation-Siege gegen Bastian Schweinsteiger.“, wie er 2010 dem Focus berichtete. Nach eigener Aussage: „Sehr guter Tänzer.“

Marcel Schmelzer, zweifacher Deutscher Meister und zuletzt auch Pokalsieger mit Borussia Dortmund, 24, kann die Zeit auf der Ersatzbank der Natiolmannschaft dazu nutzen, seine Website zu aktualisieren. Dort heißt es: „Den einzigen Titel, den ich bisher mit dem BVB gewonnen habe, ist der T-Home Supercup. Ansonsten ohne Frage der Europameistertitel mit der U21 in Schweden.“

Mittelfeld

Bastian Schweinsteiger, 27, Bayern München, hat gerade das Champions League Finale vergeigt. „Die Zeit“ meint dennoch: „Schweinsteiger verliert Zweikämpfe eigentlich nur, wenn er sich gerade die Schuhe schnürt.“ Als Schweinsteiger nach der Niederlage gegen Chelsea den Bundespräsidenten Joachim Gauck übersah und ihm den Handschlag verwehrte, entschuldigte er sich pflichtbewusst auf seiner Facebook-Seite bei ihm: „Wenn ich eines nicht wollte, ist es Ihnen den Handschlag zu verweigern. Sie konnten sicher nichts für die Niederlage!“ Sehr aufmerksam, hatte Schweinsteiger doch höchstselbst den finalen Elfmeter an den Pfosten gesetzt.

Mesut Özil, 23, Real Madrid, hat anatomische Veranlagungen, die ihm zu einem der besten Fußballer der Welt machen. Als sich spanische Medien zur WM2010 fragten, wie dieser Deutsch-Türke so gut Fußball spielen könne, war man sich schnell einig: Die Augen sinds! Weil Özil deutlich hervorstehende Augen hat, schlussfolgerte man in Spanien, habe er einen größeren Sichtradius als normale Spieler und deswegen eine bessere Spielübersicht. Das macht ihn so gut, dass erneut „Die Zeit“ in Lobeshymnen ungeahnten Ausmaßes verfällt: „Ein Spieler mit einer solchen Anmut, dass man, sieht man ihn spielen, sofort Kinder zeugen möchte, um ihnen davon zu erzählen.“

Lars und sein inzwischen aussortierter Zwillingsbruder Sven Bender, 23 Jahre verwirrten die Nationaltrainer, weswegen wohl einer der beiden gehen musste. Bis dato waren sie immer nur getrennt zur Nationalmannschaft berufen worden, dann waren sie beide im Kader – und als eineiige Zwillinge kaum auseinander zu halten, wie der „Tagesspiegel“ berichtet: „Der Leverkusener Lars könne bei Not am Mann auch als Außenverteidiger aushelfen, hat der Bundestrainer bei der Nominierung seines vorläufigen Kaders Anfang des Monats gesagt. In Tourrettes, bei den taktischen Trainingseinheiten, wird die Position des rechten Außenverteidigers in der Tat gelegentlich von Bender besetzt. Es ist Sven.“

Deckung! Khedira als Verteidiger seiner Freundin. (c) Condé Nast

Sami Khedira, 25, Real Madrid, hat eine hübsche Freundin: Lena Gerke, Heidi Klums erstes Germany-next-Topmodel. Die durfte sich unlängst für die GQ ausziehen. Weil aber Khedira stark in der Mann- bzw. Fraudeckung ist, ist er gleich mit zum Fotoshooting und hat dort alle wichtigen Körperregionen, die er lieber nur selbst in Augenschein nimmt, verdeckt.

Marco Reus, bald 23, bisher Mönchengladbach, bald Borussia Dortmund, ist zumindest frisurtechnisch bald Avantgarde: Man könne von ihm erwarten, “ dass seine Frisur spätestens im Herbst halb Europa trägt“, sagt „Die Zeit“. Die ist ja zum Glück kein Fachblatt.

Mario Götze, bald 20, Borussia Dortmund sieht nicht nur aus wie ein Mitglied von den Backstreet Boys, er treibt es noch weiter. Im Chat mit Fans der Nationalelf verriet er, mit welcher Person er gern mal tauschen würde. Seine Antwort: Justin Bieber. Um sich dann in der nächsten Antwort darüber zu beschweren, dass es schwer für ihn sei, „neue Freunde zu finden. Es ist nicht immer einfach, herauszufinden, ob die Menschen an mir oder an meiner Prominenz interessiert sind.“ Hat der Justin sicher einfacher.

André Schürrle, 21, Bayer Leverkusen, liegt mit Ron-Robert Zieler und Benedikt Höwedes ganz vorne in der Kategorie „Langweiliger Fußballprofi, über den es partout keine sinnlosen Informationen im Internet gibt“. Immerhin hat er einen eigenen Twitter-Account, das macht man ja heutzutage so. Inhalte dort, auf Platz 1 „Hey Leute“; auf Platz 2 „!!!“ und auf Platz 3 „:)))))))“.

Lukas Podolski, bald 27, bis vor kurzem Vereinsmasskotchen und Lebensversicherung des 1.FC Köln, duzt als einziger Nationalspieler den Bundestrainer Jogi Löw. Dafür gibt es keinen besonderen Grund, das „ist vor der WM 2006 einfach so passiert“, wie der Jogi unlängst erklärte.

Ilkay Gündogan, 22, spielt zwar bei Borussia Dortmund, ist aber gebürtiger Gelsenkirchner. Damit führt Gelsenkirchen die Rangliste „Orte, aus denen deutsche Nationalspieler stammen“ an. Auch die Kollegen Neuer und Özil stammen aus der Heimat des FC Schalke 04.

Grüße nach Hause

Thomas Müller,22, FC Bayern, grüßt im Fernsehen gerne seine Oma – siehe dieses denkwürdige Interview rechts.

Toni Kroos, 22, FC Bayern, ist als einer von zwei aktuellen deutschen Nationalspielern in der ehemaligen DDR geboren (der andere ist Marcel Schmelzer aus Magdeburg): In Greifswald. Probleme, in das naheliegende Jungendprogramm des FC Hansa Rostock aufgenommen zu werden hatte er nicht – sein Vater war dort Jugendtrainer. Seine Mutter war Badminton-Meisterin, sein Bruder Felix spielt beim SV Werder Bremen. Sportliche Familie!

Sturm

Miroslav Klose, bald 33, Lazio Rom, ist mir Abstand der Älteste der Truppe. Er „gilt als besonders fairer Spieler: Für sein faires Verhalten während der Bundesligabegegnung des 31. Spieltages der Saison 2004/2005 zwischen Werder Bremen und Arminia Bielefeld im April 2005 (Endstand 3:0) erhielt Klose von der Deutschen Olympischen Gesellschaft die Fair-Play-Plakette des deutschen Sports und vom Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) die Fairplay-Trophäe. Beim Stand von 0:0 hatte der Schiedsrichter einen Elfmeter für Werder Bremen gegeben. Klose hatte daraufhin beim Schiedsrichter angegeben, dass der gegnerische Torwart ihn im Strafraum regelgerecht vom Ball getrennt und nicht gefoult habe. Der Schiedsrichter hatte daraufhin die Elfmeterentscheidung und die Gelbe Karte gegen Torhüter Mathias Hain wieder zurückgenommen.“ (Wikipedia)

Gomez beweist Multitaskingfähigkeiten

Mario Gomez‘, 27, Bayern München. Seine Frisur hat einen eigenen Namen: Olaseiku – oben lang, seiten kurz. Gomez kann auch Fußball spielen. Eine weitere Stärke hat Wolf-Dieter Poschmann vom ZDF 2011 ebenfalls ausgemacht: Im Sprint die Hose hochziehen, wenn sie zuvor von einem Italiener gefährlich weiter heruntergezogen wurde – wie nebenstehendem Video zu entnehmen ist.