2013: Es bleibt alles anders

2013: Es bleibt alles anders

Wieder Bundeskanzlerin, wieder zu viel Facebook, wieder zu viel Hektik und zu wenig Zeit, Bücher zu lesen. Große Momente. Deutschland regiert Europa, politisch und auch im Fußball. Das Internet gewinnt an Macht. Online zu sein ist wichtiger denn je. Immer unterwegs, nicht mehr zu Hause. Ein Rückblick über Kino, TV, Medien, Internet:

Kinofilm des Jahres: Gravity. Ein Film, den man in 3D gesehen haben muss, um zu wissen, warum es lohnt, für 3D Geld auszugeben. Die Story ist schnell erzählt: Auf einem Weltraumausflug treffen umherfliegende Trümmer das Raumschiff zweier Astronauten, die daraufhin hilf- und orientierungslos durch den Weltraum trudeln. Was tut man, wenn man ohne Houston im Ohr nichts mehr hat als eine Stunde Luft? Großartig erzählt der Film die Geschichte der Rettung und stellt dabei die Katastrophe im Angesicht der unglaublichen Erhabenheit unserer Erde dar.

Serie des Jahres: House of Cards. Polit-Thriller im Serienformat. Kevin Spacey als skrupelloser Demokrat zeigt, wie Politik in Wahrheit gemacht wird. Auch gut: Homeland, allerdings mit Season 3 nicht mehr auf dem Niveau früherer Zeiten.

Buch des Jahres: „1913“ von Florian Illies. Kurzweilig und lehrreich. Bildend und unterhaltsam, so sollte ein Buch sein. In kurzen Episoden erzählt Illies, was vor 100 Jahren so passierte: Wer malte wen warum, wieso ist Kafka so ein Idiot, warum war Siegmund Freud, wie er war? Liest sich schnell, fördert den Intellekt.

Das Zitat bzw. sympathischste Interview des Jahres führte der SPIEGEL mit der Schauspielerin Jennifer Lawrence, die 2013 erst einen Oscar gewann (und bei der Preisverleihung hinfiel, was einem heutzutage Sympathien bringt) und dann mit „Tribute von Panem“ einen der erfolgreichsten Filme des Jahres machte. Bei all den durchdeklinierten Stars unserer Zeit erfrischt Lawrence mit unkonventionellen Antworten das Publikum und das Feuilleton. Hier ein Auszug:

SPIEGEL: Sind Sie auf Twitter?
Lawrence: Nein, auch nicht auf Facebook und den ganzen anderen Netzwerken.
SPIEGEL: Warum nicht?
Lawrence: Nichts für mich. Mein Smartphone nutze ich nur, um damit zu telefo- nieren und Kurzmitteilungen zu schicken. Es gibt Menschen, die filmen sich mit dem Ding, wie sie eine Treppe hochgehen, schicken diesen Film an alle ihre Freunde und schreiben dazu: „Aufzug kaputt, muss die Treppe nehmen.“ So wichtig nehme ich mich nicht.
SPIEGEL: Aber es dürfte Ihnen kaum ent- gangen sein, dass jeden Tag Hunderttau- sende über Sie twittern und Ausschnitte aus Ihren Fernsehinterviews auf YouTube millionenfach angeschaut werden.
Lawrence: Klar, Freunde schicken mir ab und zu Tweets. Das ist auch okay.
SPIEGEL: Wie gehen Sie mit diesem Ruhm um?
Lawrence: Ruhm ist nicht fair. Wenn Sie erwarten, dass er fair ist, fangen Sie eines Tages an zu weinen, und das habe ich getan. Dann habe ich versucht, mich daran zu gewöhnen, und das hat etwa zwei Jahre gedauert. Ich frage mich allerdings, ob man sich je ganz daran gewöhnen kann. Diese Männer, die mit ihren Kameras vor meinem Haus darauf warten, dass ich aus der Tür trete, können einem Angst machen. Dann kommen diese ganzen Lügen dazu. Das größte Problem ist aber, dass man sich ständig fremd fühlt.
SPIEGEL: Wie meinen Sie das?
Lawrence: Klingt jetzt wahrscheinlich total bescheuert, aber man fühlt sich irgendwann so, als würde man nicht mehr zur menschlichen Rasse gehören. Die Leute geben dir ständig das Gefühl, anders zu sein, besonders. Wenn ich eine Tasse Kaffee bestelle, geht ein Raunen durch den Raum. Befremdlich. Ich will doch nur einen Kaffee! Alle denken immer, du veränderst dich, wenn du berühmt bist.

App des Jahres: Spotify. (Ich habe 2013 mehr als 50 Tage (!) oder 72.000 Minuten Musik gestreamt.)  Hier meine Playlist mit meinen Topsongs 2013:

Song des Jahres: „Full Circle“ von Half Moon Run

Meine Remix-Playlist des Jahres:

Schönstes Musikvideo, das ich leider erst 2013 entdeckt habe:

Dinge, die wir 2013 bei Google gesucht haben:

Einige Orte, an denen ich 2013 gewesen bin:

Ostsee:

Basel:

Berlin:

Dresden:

Istanbul:

Über den Wolken:

Youtube-Videos, die man gesehen haben sollte, um auch 2014 noch mitreden zu können:

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