Das war der Juni 2014

Das war der Juni 2014

Ich lese viele gute Artikel, sehe viele witzige Video und höre viel Musik – alles dank des Internets. Einmal am Monatsende versuche ich, das Beste zusammen zu fassen und es mit anderen zu teilen. Hier ein paar sehenswerte Texte, Bilder, Videos.

Es gibt Instagram-Profile, die nach einer Trennung an Melodramatik nicht mehr zu überbieten sind. Sie verwandeln sich in Caspar-David-Friedrich-Gedächtnisaccounts – mit blutroten Sonnenuntergängen und dunklen Gewitterbildern.

Im Tagesspiegel wird das Sich-Trennen in Zeiten von Facebook, Instagram & Co. humvorvoll beleuchtet. Sehr treffend, sehr richtig.

Ich bin nie einem begeisterteren und begeisternderen Menschen begegnet als Frank Schirrmacher. Wenn der Gegenstand der Erregung es Wert war, dann war seine Begeisterung viral. Er hatte das, was vielleicht überhaupt das wichtigste Erfolgsgeheimnis charismatischer und deshalb erfolgreicherJournalisten ausmacht: jene gut bemessene Portion Hybris, die nötig ist, um sein Publikum zu faszinieren – was ihn interessierte hatte gefälligst auch die deutsche Öffentlichkeit zu interessieren.

Mathias Döpfner, der CEO von Axel Springer, schreibt einen grandiosen Nachruf auf den besten deutschen Journalisten Frank Schirrmacher, der  im Juni leider überraschend verstarb. Ich würde mich im Himmel freuen, wenn mir jemand so etwas Schönes als Nachruf formulieren würde, wenn ich irgendwann mal sterbe.

Denn was macht den Mensch zum Menschen? Dass er wissen will. Würde die Menschheit sich dazu entschließen, keine Höhlen mehr zu erforschen, nicht mehr in die Meere zu tauchen und den Weltraum Weltraum sein zu lassen, weil das alles zu gefährlich und zu teuer ist – sie hätte vielleicht ein bequemes, sicheres Leben in Wärme und Licht. Aber tatsächlich hätte sie sich damit in eine tiefe Höhle gelegt: zum Sterben.

Darf man Millionen Euro ausgeben, um einen Abenteurer aus einer Höhle zu retten? Man muss, erklärt SPIEGEL-Redakteur Stefan Kuzmany in einem beeindruckenden Kommentar zur Rettung des Forschers Johan Westhauser.

Vielleicht liegt der Wandel aber auch viel tiefer. Vielleicht gibt es eine stille Sehnsucht danach, endlich ein bisschen Pussy sein zu dürfen, nach all den Jahrzehnten, in denen man hart und überlegen und unbesiegbar sein musste, im Sport und auf den Kriegsschauplätzen dieser Welt. Vielleicht genießen es die Amerikaner dieser Tage, endlich einmal Außenseiter sein zu dürfen. Als Supermacht kennt man so ein Gefühl ja eher weniger.

Der SPIEGEL analysiert, wieso die Amerikaner den Fußball für sich entdecken.

Dazu passend:

If more „Americans“ are watching soccer today, it’s only because of the demographic switch effected by Teddy Kennedy’s 1965 immigration law. I promise you: No American whose great-grandfather was born here is watching soccer. One can only hope that, in addition to learning English, these new Americans will drop their soccer fetish with time.

Ich dachte, es sei pure Ironie. Aber diese amerikanische Kolumnistin meint es todernst: Fußball ist nicht amerikanisch. Herrlich. Ich habe sehr viel gelacht!

Marteria ist der beste deutsche Musiker zur Zeit. Und sein Video zu „Welt der Wunder“, kreiert von dem großartigen Fotografen Paul Ripke ist das, wofür das Wort „schön“ erst erfunden wurde:

Dieser Paul Ripke hat auch das Video von Protonet zu verantworten, mit dem das Startup bei Seedmatch alle Rekorde einstellte: Das größte Crowdfunding der Plattform, die schnellsten eingesammelten 1 Mio. US-Dollar weltweit (89 Minuten). Ein Video, das schon heute Referenz für kommende Gründer im Crowdfunding ist:

Zwischendurch war ich mal Segeln auf der Ostsee: