Was ist ein Startup?

Was ist ein Startup?

Was ist eigentlich ein Startup? Das ist vielen Gründern – und mitunter auch einigen Startup-Investoren beim Crowdinvesting – nicht ganz klar. Hier der Versuch einer Definition, basierend auf einigen amerikanischen Standardwerken, angelehnt an das Buch „Startup-Crowdfunding und Crowdinvesting: Ein Guide für Gründer„.

Ein Startup ist ein junges, innovatives und noch nicht etabliertes Unternehmen auf der Suche nach einem nachhaltigen, skalierbaren Geschäftsmodell.

Was aber ist eigentlich ein Geschäftsmodell und wieso sind Startups erst auf der Suche danach? Sollten Gründer nicht spätestens bei der Anmeldung der Gesellschaft im Handelsregister wissen, was sie mit ihrem Unternehmen vorhaben?

„A business model describes the rationale of how an organization creates, delivers, and captures value.“ (Sinngemäß: Ein Geschäftsmodell beschreibt das Grundprinzip, wie eine Organisation Wert erschafft, liefert und hält.) So definiert Alexander Osterwalder, der Erfinder des inzwischen berühmt gewordenen Business Model Canvas, ein Geschäftsmodell.

Das Zitat zeigt den Fokus eines Geschäftsmodells, nämlich die Frage, für welchen (Mehr-)Wert Kunden bereit sind, Geld zu bezahlen, mit dem man als Gründer Einnahmen generiert. Das Geschäftsmodell beschreibt also nicht den Unternehmensaufbau, eine bestimmte Struktur oder die Preisgestaltung. Das Geschäftsmodell beantwortet die Frage, wie das Geschäft eines Unternehmens funktioniert.

Es gibt im Grunde zwei Arten von Startups: Die, die Innovationen am Markt etablieren wollen (z. B. Elektroautos, wie Tesla), oder solche, die mit innovativen Geschäftsmodellen bestehende Produkte oder Dienstleistungen besser verkaufen wollen. Jedes Startup ist auf seine eigene Art also mehr oder weniger innovativ und ist mit dieser Innovation auf der Suche nach einem Geschäftsmodell, das in der Folge skaliert werden kann und dabei auch noch nachhaltig ist.

Was aber sind skalierbare Geschäftsmodelle? Steve Blank, ein amerikanischer Seriengründer, der u. a. Pixar mitgründete und dessen Blog jedem Gründer ans Herz gelegt sei, definiert den Unterschied, indem er zunächst beschreibt, was skalierbare Geschäftsmodelle nicht sind: „Small businesses startups (like a plumbing supply store, a restaurant, a consulting firm) have very different objectives than scalable startups. First, their goal is not scale on an industry level. They may want to grower [sic] larger, but they aren’t focused on replacing an incumbent in an existing market or creating a new market. Typically the size of their opportunity and company doesn’t lend itself to attracting venture capital. They grow their business via profits or traditional bank financing. Their primary goal is a predictable revenue stream for the owner, with reasonable risk and reasonable effort and without the need to bring in world-class engineers and managers.“

Sinngemäß: Kleine Geschäftsgründungen (wie ein Klempner-Bedarf, ein Restaurant, eine Beratungsfirma) haben ein ganz anderes Ziel als Startups. Erstens ist ihr Ziel nicht, Industrie-Niveau zu erreichen. Sie möchten zwar wachsen, aber sie wollen dabei nicht einen Platzhirsch in einem existierenden Markt ersetzen oder gar einen ganz neuen Markt schaffen. Üblicherweise brauchen diese kleinen Geschäftsgründungen kein Risikokapital, sondern finanzieren sich aus Gewinnen und durch Bankkredite. Ihr Ziel ist es, vorhersagbare Umsätze bei überschaubarem Risiko und Einsatz zu generieren, ohne dafür Weltklasse-Manager und -Ingenieure zu benötigen.

Und dann: „A ‚scalable startup‘ takes an innovative idea and searches for a scalable and repeatable business model that will turn it into a high growth, profitable company. Not just big but huge. It does that by entering a large market and taking share away from incumbents or by creating a new market and growing it rapidly. A scalable startup typically requires external ,risk‘ capital to create market demand and scale. A scalable startup requires incredibly talented people taking unreasonable risks with an unreasonable effort from the founders and employees.“ (Blank, 2014).

Sinngemäß: Ein skalierbares Startup nimmt eine innovative Idee und sucht dafür ein skalierbares und nachhaltiges Geschäftsmodell (der aufmerksame Leser errät, woher die o. g. Startup-Definition stammt). Dieses Geschäftsmodell soll es in eine stark wachsende und profitable Firma umwandeln – nicht nur groß, sondern riesig. Es tut das, indem es in einem großen Markt den Platzhirschen Marktanteile abnimmt oder einen ganz neuen Markt erschafft und ihn schnell wachsen lässt. Ein skalierbares Unternehmen braucht üblicherweise externes Risikokapital, um die Nachfrage anzukurbeln und zu steigern. Ein skalierbares Geschäftsmodell benötigt unglaublich talentierte Menschen, die ein nicht nachvollziehbares Risiko eingehen, und ein hohes Maß an Einsatz von Gründern und Team.

 

Dies ist ein Auszug aus dem Buch, das ich vor Kurzem zusammen mit Dana Melanie Schramm zum Thema Crowdfunding für Startups veröffentlicht habe.